Was will ich eigentlich auf dieser Welt bewirken? Die Chronik einer Sinnsuche

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Das Leben kann nur in der Schau nach rückwärts verstanden, aber nur in der Schau nach vorwärts gelebt werden.

Søren Kierkegaard

Dieses Zitat trifft es bei meiner Suche nach meiner Bestimmung ganz gut. 

Im Rahmen der Blogparade #blogyourpurpose von Judith Peters habe ich mir Gedanken gemacht, was ich in dieser Welt hier eigentlich bewirken will. Vor 5 Jahren hätte ich diese Frage wahrscheinlich noch nicht beantworten können. Ich war tief in einer persönlichen Krise und habe nur gewusst, wovon ich definitiv wegwill. 

Überhaupt habe ich sehr lange gebraucht, um meinen Weg zu finden oder ihn zu erkennen. Irgendwie ist meine Bestimmung vor mir davongelaufen oder hat sich versteckt. Es war zum Verzweifeln. Auf dieser Suche habe ich jede Menge Bücher gewälzt, Podcasts gehört oder Webinare besucht. Meine Festplatte ist voller ungenutzter Freebies, die mir helfen wollten, meine Bestimmung zu finden.

Doch da war sie immer: diese Frage, was ich als Kind werden wollte. Ich wusste es nicht. Konnte mich nicht erinnern. Mit etwas weniger Druck schaue ich jetzt doch mal hin:

Was wollte ich denn als Kind werden?

Meine Mutter sagte letztens: Zu viel. Du wolltest zu viele verschiedene Dinge auf einmal.

Eigentlich habe ich diese Frage immer nicht verstanden. Warum sollte ich denn “etwas werden”? War ich denn nicht schon jemand? Nun gut. Irgendwie musste man halt etwas finden. Das waren nun mal die Spielregeln.

Also dachte ich, als ich gerade beim Friseur war und mich im Spiegel betrachtete: Das möchte ich werden. Später war es dann Kfz-Mechanikerin, Archäologin und Grafik-Designerin. 

Meine Lehrer waren der Meinung, ich sollte auch Lehrerin werden. Ich sollte auf die Musikschule gehen oder auf die Sportschule oder auf die Russisch-Schule. Nichts davon habe ich gemacht. Meine Eltern hatten damals kein Auto und ich konnte mich sowieso nicht entscheiden. 

Studiert habe ich dann Germanistik, Psychologie im Nebenfach und Soziologie. Später dann noch Kulturwissenschaften und Psychologie im Fernstudium. Ich habe mich auch immer brennend für Ernährung interessiert und Musik und Kunst.

Als ich Jahre später die Erkenntnis hatte, dass ich eine Scanner-Persönlichkeit bin und nicht zu dumm oder zu unentschlossen, war das ein erster großer Befreiungsschlag.

Gearbeitet habe ich hinter der Bar, in der Teamleitung, als DJ, im Marketing und als freiberufliche Texterin.

Rebellieren als Lebensaufgabe?

Überall, wo ich später gelandet bin, habe ich angefangen, zu optimieren. Ich habe unnötige Dinge und Arbeitsschritte gefunden und eliminiert. Ich habe für die Rechte der Schwachen gekämpft. Mich um Außenseiter gekümmert, mich mit Menschen befreundet, mit denen keiner sprechen wollte.

Routinen und starre Regeln haben mich schon immer genervt und zum Rebellieren animiert. Ich wollte immer mehr Rechte für alle erkämpfen. Mehr Urlaubstage, mehr Geld, mehr Freizeit, mehr Mitspracherecht. 

Ich wurde immer ziemlich schnell in Führungspositionen gewählt, was meiner Revolution natürlich dienlich war. Nach einer Weile wollte ich aber dann die Verantwortung nicht mehr haben und habe mit meiner Aufgabe wieder gehadert. 

Davon geblieben ist mir auf jeden Fall das revolutionäre Denken. Ich möchte alte starre Strukturen aufbrechen und den Menschen mehr Freude und Wohlbefinden bei der Arbeit ermöglichen. Das kann ich mit HYGGE at WORK umsetzen. Wir sind noch am Anfang, aber das wird was ganz Großes.

Inspiration sein für andere Menschen

Kennst du auch Menschen, die dasitzen und aufzählen, was sie eigentlich alles machen wollten, aber (setze hier eine Ausrede deiner Wahl ein). Viele Jahre lang dachte ich, das wäre halt so. Ich könnte eben nicht alles machen, was ich möchte.

Aber irgendwann wurden mir zum Glück die Augen geöffnet. Ich habe verstanden, dass mein Leben nicht ewig dauert und dass ich keine wertvolle Zeit mehr zu verschwenden habe. Ich möchte mal nichts bereuen und deshalb mache ich inzwischen auch Dinge, die ich sonst nicht gemacht hätte. 

Ich habe mich selbständig gemacht und bin nach Schweden gezogen. Nach 10 Jahren Fahrangst habe mich wieder hinters Steuer. Ich nehme an Netzwerk-Events teil, es gibt Fotos von mir im Internet und ich google meinen Namen nicht mehr, um alles zu löschen, was ich finde.

Alles Dinge, die ich mir nie zugetraut hätte. 

Und hier möchte ich einfach auch ein Vorbild sein und andere Menschen inspirieren, das Gleiche zu tun: Über sich hinauszuwachsen und zu leben. Ich möchte mit meinen Geschichten Mut machen und zeigen, dass Ängste und Zweifel kein Grund sind, seine Träume wegzuwerfen.

Unterstützung beim Erkennen hinderlicher Denkmuster bieten

Über einige Umwege bin ich jetzt angekommen. Ich arbeite als psychologische Beraterin und helfe hier Menschen, ihre hinderlichen Denkmuster zu erkennen und zu verändern. Meine Mission ist es, Menschen zu helfen, ein Leben ohne Reue führen. 

In meinem Job kann ich sämtliche meiner Interessen bündeln: Grafiken designen, Texte und Geschichten schreiben, Lehren und Zuhören, Erfahrungen teilen und in der Natur unterwegs sein. Da ich in Schweden lebe, spreche ich auch täglich mehrere Sprachen (wenn auch nicht Russisch).

In den Workshop-Wochen, die ich in Schweden anbiete, kann ich auch meine Leidenschaft fürs Kochen mit einbeziehen und Geschichten von anderen Menschen lauschen.

Wenn ich jetzt zurückblicke, war es eigentlich klar, was meine Bestimmung ist. Schon immer sind Leute zu mir gekommen und haben sich Rat geholt oder andere Perspektiven aufzeigen lassen. Schon immer haben sich Menschen bei mir ausgeweint und ich habe zugehört.

Ich beschäftige mich seit über 20 Jahren mit Psychologie und habe das aber berufsmäßig nur irgendwo im Hinterkopf gehabt. Bis dann sogar in Schweden fremde Menschen auf mich zugekommen sind und mir ihr Herz ausgeschüttet haben. Bis meine Schwestern mir sagten, dass das doch ein guter Beruf für mich wäre.

Jetzt bin ich sicher, dass es mehr ist als ein Beruf. Es ist definitiv meine Lebensaufgabe. All die anderen Jobs und Erfahrungen, die ich gemacht habe und auch meine Midlife-Crisis, durch die ich gegangen bin, waren wichtig, um hierhin zu kommen. All das hat mich vorbereitet und mit nützlichem Wissen ausgestattet.

Ich habe vorwärts gelebt und mein Leben rückblickend verstanden.

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12 Kommentare zu „Was will ich eigentlich auf dieser Welt bewirken? Die Chronik einer Sinnsuche“

  1. Wow Simone, vielen Dank für deinen persönlichen Text über deine Bestimmung. Er ist poetisch und inspirierend. Ich hab mich in der Passage besonders wiedergefunden: etwas werden sollen, wo wir doch schon etwas sind. Diese Irritation, die du und wir wohl alle erlebt haben!!!
    Danke so sehr für deine Klarheit!!!!!
    LG
    Tanja

    1. Hallo Tanja, ich danke dir sehr für dein Feedback. Ich freue mich immer, wenn ich nicht die einzige bin, die es irritierend fand, etwas werden zu müssen. Ich denke tatsächlich, dass mich das viele Jahre blockiert hat. Ich hatte das Gefühl, dann nicht mehr Simone sein zu dürfen. Sondern ich musste dann beispielsweise die Archäologin sein oder sowas.
      Ich freue mich auch, dass du meinen Text inspirierend fandest. Und poetisch. Wow 😍
      Viele liebe Grüße aus Schweden

  2. Dein Text sprüht nur so vor Energie, liebe Tanja. Wunderbar. Ich liebe es.
    Die Erkenntnis, eine Scanner-Persönlichkeit zu sein, kann sehr befreiend sein. Habe mich mit diesem Thema auch schon einmal auseinandergesetzt. Allerdings glaube ich nicht, dass ich eine typische Scannerin bin. Ich habe einfach nur länger gebraucht, um das für mich passende zu finden und liebe nicht unbedingt die große Vielfalt. Mich würde wahnsinnig interessieren, ob du von deinem Human Design her eine Manifestierende Generatorin bist und ob das Tor 33 bei dir im Design eine Rolle spielt. Es würde so gut zu dir und deinen Erfahrungen passen. Letztlich ist es aber auch ganz gleich. Freue mich, dass du deinen Weg gefunden hast und dir so treu zu sein scheinst.
    Alles Liebe,
    Sandra

    1. Hallo Sandra, vielen Dank für das Kompliment 😍
      Zum Thema Human Design muss ich leider sagen, dass ich meine exakte Geburtszeit nicht kenne. Ich bin ungeplant zuhause geboren und keiner hat auf die Uhr geschaut.
      Ich hab mal nen Test gemacht und da war ich Generator. Das Tor weiß ich nicht. Ich verstehe das Human Design nicht so ganz 😅
      Viele Grüße,
      Simone

  3. Oh wow. Deine Worte haben mich sehr berührt. Danke, dass du deine Gedanken hier mit uns teilst. Es ist so schön zu sehen, wie du immer mehr erkannt hast, welche Geschenke du mitbringst in diese Welt.

      1. Liebe Simone, Danke für diesen wunderbaren persönlichen Blogbeitrag, den ich mit Spannung gelesen habe. Denn ich habe mich in dir in so vielen Dingen wieder erkannt und war neugierig, wie es wohl bei dir „ausgegangen“ ist 😉
        Rebellin und gleichzeitig Zuhörerin für Ratsuchende. Bist du möglicherweise Wassermann und Projektorin? Hach, ich hab beim Lesen voll Lust bekommen, mich mit dir auszutauschen. So schön, wie du heute Menschen unterstützt 🙏🏻
        Liebe Grüße Gudrun

        1. Hej Gudrun,
          vielen Dank für dein Feedback. Großartig und spannend zu gleich, dass du ähnliche Erfahrungen gemacht hast. Das macht mich auch neugierig auf deinen Artikel.
          Du hast recht: ich bin Wassermann. Projektorin nicht, denke ich. Ein Test ergab mal Generatorin. Ich kenne allerdings meine genaue Geburtszeit nicht.
          Wenn du magst, können wir uns sehr gerne austauschen.
          Viele Grüße, Simone

  4. Liebe Simone,

    wenn ich es nicht besser wüsste – wir könnten Geschwister sein ! Ich sehe so unfassbar viele Gemeinsamkeiten.

    Eine tolle Seite, starke Blogartikel und was Du erschaffen hast ist so wundervoll !

    Du inspirierst mich sehr und ab heute hast Du einen neuen Fan 😉

    Freue mich über unseren Kontakt !

    Vi hörs 🙂
    Nicole

    1. Hej Nicole, danke für deinen Kommentar und deine Komplimente ❤. Das macht mich jetzt richtig happy. Das macht mich aber neugierig, was unsere Gemeinsamkeiten sind. Ich freue mich ja immer riesig, wenn ich Gleichgesinnte treffe. Ich freue mich auch über unseren Kontakt.

      Vi hörs 🤩

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